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Genial ins Herz des Publikums musiziert
Oftringen Das Jahreskonzert der Jugendmusik war ein Volltreffer an mitreissender musikalischer Unterhaltung
Innerhalb der Gemeinde Oftringen kann die Jugendmusik Oftringen/Küngoldingen (JMOK) eine Zentrumsfunktion beanspruchen. Sie ist ein generationen- und herkunftsübergreifender Integrationsfaktor im Bevölkerungsmix der Gemeinde. Das zeigte einmal mehr der Besucheraufmarsch am Konzert in der Mehrzweckhalle.
Kurt Buchmüller
Von Beginn weg wurden die Konzertierenden von einer Welle der Begeisterung getragen. Zu Recht, denn es waren zweieinhalb Stunden abwechslungsreiche Unterhaltung aus vielfältigen musikalischen Quellen. Die treibende Kraft hinter der Musikbegeisterung des rund 50-köpfigen Ensembles ist Giuseppe di Simone, seit zehn Jahren Dirigent der Jugendmusik. Man muss diese Masse Mensch am Dirigentenpult in Aktion gesehen haben, um zu begreifen, welche Inspiration von ihr ausgeht. Alles an ihr vibriert im Rhythmus der Musik, die Arme, die Beine, der Kopf; es ist, als empfinge «Giusi», wie er genannt wird, elektrische Impulse und übertrage sie drahtlos an die Interpreten. In der Person dieses Dirigenten vereinigt sich ein seltenes Bündel von menschlichen und musikalischen Kompetenzen: Er verfügt gleichzeitig über Autorität wie Akzeptanz beim Korps, seine Signale an die Spielenden sind packend und unmissverständlich.
Das Korps im Griff
«Giusi» hat die Jugendmusik jederzeit im Griff, sie folgt dem leisesten Wink, steht auf Kommando auf und setzt sich wieder nieder, bewegt sich geschlossen im Gänsemarsch vor die Bühne und weiterspielend im Takt bleibend auf die andere Seite des Saales, um auch der dortigen Zuhörerschaft die Aufwartung zu machen.
Das Programm begann mit einem markanten Auftritt der Tambourengruppe. Mit militärischer Disziplin marschierten darauf registerweise die Jugendmusikanten auf, einzeln vorgestellt von «Giusi», bezogen Position auf der Bühne und begannen sofort zu spielen, die Nachfolgenden stimmten ein zu «Gypsi Dance», dem Auswahlstück am Eidgenössischen Jugendmusikfest vom 14./15 Juni in Solothurn. Herausgefordert sind darin sowohl einzelne Register mit Einlagen als auch das Gesamtensemble in der Verknüpfung zur hymnischen Breite. Christoph Käch führte darauf vor, wie es bei den Tambouren funken kann, worauf die Jugendmusik die Geschichte der Dakotaindianer musikalisch mit galoppierenden Pferden, Attacken, Kanonendonner und einem wehmütigen Ausklang darstellte. Es war die Feuertaufe des Selbstwahlstücks am Eidgenössischen. Gleich danach folgte «JMOK goes Latin», mit dem sich die Jugendmusik am Marschmusikwettbewerb beteiligen will. Wenn dort der gleiche schmissige Auftritt gelingt, dürfte der Erfolg nicht ausbleiben.
Der zweite Teil des Konzertes begann mit einem Funken stiebenden Auftritt des Schlagzeug-Ensembles unter der Leitung von Martin Dürrenmatt und Fabian Gaberthüel. Sie legten in «Patchwork» und «Afro Drum» mit akrobatischer Präzision einen rhythmisch verwobenen Klangteppich in akzentreicher Tongebung aus, akustisch und optisch ein Highlight des Abends. Die Jugendmusik mochte dem nicht nachstehen und fetzte den «Cornfield-Rock» herunter, zeigte danach aber im «Concerto d'amore», dass sie sich auch in feierliche Stimmung einfühlen kann. Nach Überwindung einiger technischer Probleme tobte sich David Lüthy in «Born to be wild» mit seinem fantastisch geräuschvollen Mundwerk aus. Zwischendurch war Giuseppe di Simones zehnjährige Dirigententätigkeit gewürdigt worden; wenn es noch eines Beweises für seine Verdienste bedurft hätte, so erfolgte dieser im abschliessenden «Instant Concert» und in einigen erklatschten Zugaben.
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